Vom 2. bis 15. August führte das diesjährige Fluglager den FSV Gerstetten nach Prievidza in der Slowakei. Mit insgesamt sieben Segelflugzeugen, darunter vier Vereinsflugzeuge, machte sich die Gruppe auf den Weg in ein für Viele noch unbekanntes, aber fliegerisch äußerst reizvolles Gebiet.

Schon bei der Ankunft zeigte sich, was Prievidza für den Flug ohne Motor so besonders macht: Der Flugplatz liegt in einem Tal, das von abwechslungsreicher Landschaft umgeben ist und je nach Wetterlage und Können sehr unterschiedliche Flugrichtungen ermöglicht. Richtung Süden kann in das flachere Gelände in Richtung Ungarn geflogen werden, während es nach Norden in die Berge geht. Dort bildet die große Fatra den Einstieg in die Gebirgsfliegerei, welche weiter in die niedere und schließlich die hohe Tatra führt. Diese Gebirgszüge bieten ein eindrucksvolles Fluggebiet und stellen zugleich besondere Herausforderung an Planung, Wetterbeobachtung und fliegerisches Können dar.

Beeindruckende Flüge in die Berge

Besonders die ersten Tage boten hervorragende Flugbedingungen. Bei einer Wolkenbasis von über 3.000 Metern und reichlich ausgeprägten Cumuli waren Streckenflüge bis in die hohe Tatra möglich. Flugzeiten und Strecken von über 4h und 400km waren keine Seltenheit. Für viele Piloten war dies ein eindrucksvolles Erlebnis.

 Fluglehrer und erfahrene Piloten lehrten, worauf es in der Gebirgsfliegerei ankommt: Ein Verständnis von Windsystemen, Sonnenhängen, Flugwegen mit ausreichend Geländefreiheit und immer einer theoretische Außenlandemöglichkeit im Blick sind Dinge, auf die es ankommt. Belohnt wurden diese Anstrengungen mit einem beeindruckenden Ausblick über die Gebirgskämme und angenehmen 15°C (während es am Flugplatz teilweise 42°C heiß war).

Mehr als nur Fliegen

Neben dem Flugbetrieb kam auch das gemeinsame Erleben am Boden nicht zu kurz. In Prievidza und Umgebung gab es zahlreiche Möglichkeiten, die flugfreien Stunden abwechslungsreich zu gestalten. Dazu gehörten unter anderem Besuche im Zoo, Schlendern durch die Altstadt, die Besichtigung von Schloss Weinitz sowie die Abkühlung im Freibad. Am letzten Tag gab es sogar eine Führung durch das Werk des dort ansässigen Flugzeugbauers Aerospool, was sehr beeindruckte und zu gemeinsamen Gesprächen über Motoren, Werkstoffe und Propeller anregte… So wurde das Fluglager nicht nur sportlich, sondern auch als gemeinschaftliches Vereinserlebnis zu einer besonderen Zeit.

Ein Fluglager, das in Erinnerung bleibt

Nach zwei Wochen in der Slowakei kehrt der FSV Gerstetten mit vielen Eindrücken, neuen fliegerischen Erfahrungen und schönen gemeinsamen Erinnerungen zurück. Das Fluglager in Prievidza zeigte eindrucksvoll, wie vielseitig der Segelflug sein kann: von ruhigen Sunsetflügen über weite Strecken in bergigem Gelände bis hin zu gemeinsamen Unternehmungen abseits des Flugplatzes. Ein besonderer Dank gilt unserem Fluglehrer Andreas, der dieses Fluglager organisiert hat, sowie seinen Kollegen Jonas und Kevin, die mit ihm die Flugschüler im Doppelsitzer begleiteten. Für viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer wird dieses Fluglager sicher noch lange in Erinnerung bleiben. Mitnehmen werden wir die Worte unseres lokalen Ansprechpartners Thomaš: „It’s all easy“ und „everything is possible“.